Das Buch „Hacken“ von Christoph Braun ist ein sehr schön geschriebenes Buch über einen, der Berlin verließ und auf’s Land zog, der die Finger von der Computertastatur nahm und damit im Boden grub, vom Hacker am Rechner zum Hacker mit der Pendelhacke auf dem Feld . Vielleicht etwas überspitzt zusammengefasst, aber im Grunde geht es um diese beiden Themen. Christoph Braun hat viele Jahre seines Lebens im aufregenden Berlin verbracht, war einer von den hippen Leuten in den hippen Büros, die das Internet ganz früh entdeckten. Das Buch Hacken von Christoph BraunEr zog von einer Technoparty zur anderen in illegalen Clubs, er hat diese ganze aufregende Zeit nach der Wende voll mitgenommen. Er war und ist Musikjournalist, ein Stadtmensch, der über Metropolenthemen schreibt – aber ganz bestimmt nicht über Ernährung oder Landwirtschaft.

Nach 10 Jahren Berlin findet er, es sei Zeit für einen Schnitt. Das Internet macht es schließlich möglich, auch vom Lande aus zu arbeiten, die digitale Revolution bringt eine neue Form der Autarkie mit sich. Weg aus der Großstadt, direkt ins Landleben, genauer gesagt in das 1320-Seelen-Dorf Evessen zieht er mit seiner Freundin. Und was er vorher belächelt hat, empfindet er nach und nach als immer lebenswerter. Er fängt an, den Ökos zu helfen, zu jäten, säen, gießen und ernten. Diese Lebensform für sich zu entdecken, die ganz viel mit Autarkie und Selbstbestimmung zu tun hat. Am nachmittag schreibt er weiterhin Texte und sendet sie über die Leitungen in die Welt.

Ein sehr lesenswertes Buch, das Landbilder im Kopf erzeugt und den Wunsch wachsen lässt, es ihm eines Tages nachzutun. Bei mir zumindest erzeugt es das 😉

Christoph Braun – Hacken. Klett-Cotta-Verlag, 1. Aufl. 2012, 138 Seiten, broschiert, ISBN: 978-3-608-50309-8. 14,95 Euro. 

Weitere Informationen und eine Leseprobe findest du auf dieser Seite des Klett-Cotta-Verlags.