Vom 16.-19. Februar fand Deutschlands größte Bio-Messe, die „BioFach“ wie üblich in Nürnberg statt. Ein paar Zahlen: 44.000 Besucher, Fachpublikum aus 131 Ländern, über 2.500 Aussteller, 158 Veranstaltungen im Rahmen der Messe usw. Ich war 2 Tage vor Ort, und habe es trotz manchmal eiligen Schrittes nicht geschafft, mir alles anzusehen. Und das ist auch schon einer der Haupterkenntnisse für mich: Die Vielzahl an Bio-Herstellern und Produkten ist wahnsinnig groß geworden. Und auf der BioFach ist ja nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen. Gerade „kleine“ Unternehmen können sich die Standgebühren ja überhaupt nicht leisten. Rund 80% der Messefläche war für Lebensmittelhersteller, unterteilt nach nationalen und internationalen, vorgesehen, zusätzlich gab es eine Halle für Weine, eine Halle mit Naturkosmetikherstellern (die „Vivaness“-Messe), sowie eine Ökotextilienhalle.

Nach ca. 1 Stunde war uns vom vielen probieren schon schlecht (ja, auch von Bio-Durcheinander-Essen wird einem schlecht, so wie man vom Bio-Wein-Trinken einen Kater bekommen kann ;-)), hauptsächlich konnte man sich durch Käse- und Wurstspezialitäten, Tofu in jeglicher Form, Schokoladen und Kekse essen, so mein subjektiver Eindruck. Ordentlich betrinken hätte man sich auch locker können, z.B. bei Pinkus oder Lammsbräu.

Das eine oder andere stieß mir in der „heilen Biowelt“ aber doch auf. Zum Beispiel Produkte wie der Coffee to go einer thailändischen Bio-Firma, der eine Unmenge an Verpackungsmüll mit sich brachte. Es genügt leider oftmals nicht, konventionelle Produkte einfach in „bio“ umzuwandeln, das Bio-Siegel alleine schafft sozusagen keine bessere Welt, wünschenswert wäre da ein durchdachteres nachhaltiges Gesamtkonzept. Überhaupt, so wieder mein persönlicher Eindruck, schien der größte Anteil an Produkten in den Bereich der Genuß- und Luxusprodukte zu fallen, viele Premiumprodukte, wenig „Basics“. Hoffentlich ist das nur ein falscher Eindruck, und keine Entwicklung der gesamten Branche. Irre fand ich übrigens auch das Angebot an Bio-Ölen jeglicher Art. Ich habe das noch nicht zu Ende gedacht, aber man darf und sollte der Entwicklung der Bio-Branche durchaus kritisch gegenüber stehen.

Interessant für diesen Blog sind natürlich die Berliner Unternehmen, die ich auf der BioFach 2011 angetroffen habe. So freute ich mich z.B. über neue und überarbeitete Produkte von Kulau, die nicht nur ihr Standardprodukt, das Kokoswasser überarbeitet haben (bzw. eine andere Kokosnuss-Sorte ab sofort verwenden), was sich geschmacklich sehr positiv auswirkte, sondern nun auch zwei neue Sorten im Programm haben, einmal mit Holunderblüten , und zum zweiten mit Aronia und Grapefruit. Schmecken beide wirklich toll! Auf der Homepage übrigens noch gar nicht zu sehen, aber das wird bald kommen. Probiert das mal unbedingt! Auch Proviant Smoothies kommen mit einer neuen Geschmacksrichtung daher, dem Liebesgruß. Wieder mal super! Die sind mittlerweile auch in jedem Bioladen vertreten, und die Mitarbeiterzahl ist auf 10 angewachsen. Tolle Entwicklung! Auch Quito waren mit ihren Pacari-Schokoköstlichkeiten vor Ort, und konnten die Besucher begeistern, u.a. mit 2 neuen Sorten von den Schoko Nibs. Völlig unbekannt bis dato waren mir die Menschen hinter der Produktreihe „Regenwaldkaffee“ sowie weiteren Produkten aus Berlin. Werde ich sicherlich bald mal mehr erzählen, der Kaffee schmeckte auf jeden Fall schon mal richtig gut, und die haben noch weiteres wie Tees und Trinkschokolade im Angebot. Auch bald ausführlicher hier etwas über die „Berlin“-Serie von i+m Naturkosmetik. Clevere Idee. Die Berliner Jungs, die das Bio-Kaugummi „Chicza“ in Deutschland vertreiben, haben jetzt auch diverse Salzsorten sowie eine Diätkur im Angebot. Außerdem war Mirco von Schwarzer Pfeffer mit am Stand und konnte viele neue Fans gewinnen, genauso wie Enrico von Lebenskleidung.

Das war es soweit, was ich mit der Berlin-Brille wahrgenommen habe. Alles in allem eine interessante Messe, nette Menschen getroffen und kennengelernt, viel, viel, viel probiert, Spaß gehabt und platte Füße. Nächstes Jahr gerne wieder….