Sehr unfein finde ich es, wenn in der Gastronomie mit Bio geworben wird, man dann aber konventionelles serviert bekommt. Wer lässt sich schon die Zertifizierung, falls vorhanden, zeigen, und selbst dann – woher weiß ich wirklich, ob ich da gerade wirklich „bio“ esse? Letztlich ist das immer auch Vertrauenssache, und ich werde schon skeptisch, wenn in konventionellen Wurstbratbuden plötzlich auch eine Bio-Variante mit verkauft wird, die dann gemeinsam mit den konventionellen auf dem Grill liegt. Da hofft man doch, dass hier nicht fehlgegriffen wird. Besonders dreist finde ich es aber, wenn offensiv mit „Bio“ geworben wird, dann aber überhaupt nichts Bio ist. So beobachtet gerade gestern auf dem Winterfeldplatz, wo eine Eisdiele wirklich deutlich mehrfach mit dem Bio-Siegel (Danke an Enrico Rima für das Foto!) wirbt, das Eis aber komplett konventionell ist! Auf Nachfrage gab die Dame an, „ab Mai erst wieder“ gäbe es Bio-Eis. Meinen Hinweis, dass sie dann aber nicht jetzt schon damit werben dürfte, wurde mit Achselzuckeln kommentiert. Keinerlei Hinweis, das hier konventionelles Eis verkauft wird. Das ist ja schon sehr deutlich eine Täuschung und keinesfalls in Ordnung!

Ein zweiter „Fall“, der nicht ganz so schwerwiegend ist, wo aber eben leider die Kommunikation nicht präzise genug ist, ist das (Bio?-)Restaurant supergood (Blog-Bericht hier). Dort findet man auf der Internetseite das Konzept des Laden, und liest: „Alle Speisen werden „a la minute“ und vor Ihren Augen zubereitet. Die verwendeten Zutaten sind frisch und durchwegs von Bio zertifizierten Lieferanten.“ (Stand 04.04.2011). Auf der Speisekarte im Laden wird aber nur von „überwiegend bio“ gesprochen. Was ist denn nun richtig? Vielleicht hat man ja das Konzept geändert, aber das sollte dann bitteschön auch auf der Internetseite aktualisiert werden – ist gar nicht schwer. Man darf das als Erbsenzählerei abtun, aber es gibt Menschen, die möchten sich darauf verlassen können, dass die Ankündigung auf der Restaurant-Internetseite tatsächlich stimmen – vielleicht gehen sie nun extra wegen der 100% dorthin. Schade dass die Betreiber des supergood auf mehrfache Anfragen von mir nicht reagieren. Ich war auch mal vor einiger Zeit mal mit einem Restaurantleiter verabredet, aber er war dann aber leider nicht da, und mir konnte sonst niemand Auskunft geben. Keine Kommunikationspolitik, wie ich finde. Vielleicht nimmt ja doch noch jemand von diesem Restaurant dazu Stellung und klärt die Blogleser auf, was nun richtig ist.

Ich werde in Zukunft jedenfalls noch kritischer nachfragen, ob ich wirklich bio bekomme – oder nur versprochen bekomme.